Neue Weiterbildung für Sitzgruppenleiter*innen

Erfahrungen und Informationen

Eigentlich ist das Sitzen in der Stille einfach. Man braucht fast nichts außer einen ruhigen Raum und die passenden Sitzgelegenheiten. Klangschale und Klanghölzer geben wortlos die Struktur vor. Beim Meditieren erleben viele Teilnehmer*innen der Kurse am Benediktushof etwas, das sie an ihrem Heimatort fortsetzen möchten. Einige gründen eine Gruppe und stellen fest, dass das Sitzen zuhause ohne den Tagesablauf am Hof mit seinen durchgehenden Ritualen und erfahrenen Lehrer*innen schwieriger ist. Um ihnen Sicherheit zu geben, gibt es nun am Benediktushof eine Weiterbildung für Sitzgruppenleiter*innen in drei Modulen.

Die erste Weiterbildung hat im Oktober begonnen. Sie wird von der Kontemplationslinie „Wolke des Nichtwissens“ und der Zen-Linie „Leere Wolke“ angeboten, die beide Williges Jäger gegründet hat. Ihre Leitungsmitglieder Daniel Rothe und Alexander Poraj haben das erste Modul geleitet. Der erste Durchgang der neuen Weiterbildung hat also gerade begonnen.

Noch getrennt nach Kontemplation und Zen sind die Teilnehmer*innen den Inhalten und Ritualen auf die Spur gekommen. Im Kontemplations-Modul haben die Teilnehmer*innen die Raumgestaltung und den bewussten Einsatz von Klangschale und Klanghölzern reflektiert, die eigene Körperhaltung beim Sitzen und Gehen wahrgenommen und das Anleiten einer rückengerechten Haltung eingeübt.

Bei einem Weihrauch-Tasting haben sich die Teilnehmenden die individuelle Wirkung bewusst gemacht. Was für die eine nach einem heiligen Raum duftete, war für jemand anderen die unmittelbare Erinnerung an ein Schaumbad. Neben den praktischen Übungen erhielten die Teilnehmenden ausführliche Informationen zur Geschichte und Gegenwart der Meditation. Gemeinsam konnten sie Formulierungen zu Begriffen wie Spiritualität, Transzendenz und Mystik entwickeln. So sind sie nun auf mögliche Fragen einer Gruppe vorbereitet und können das Sitzen bewusst und klar gestalten. In der Zen-Gruppe war der Ablauf ähnlich.

Beim zweiten Termin im Januar werden im gemeinsamen Modul gruppendynamische Prozesse im Mittelpunkt stehen, die auch wieder theoretisch und praktisch angegangen werden. Organisatorische Themen haben dann im dritten Teil ihren Platz.

In jedem Modul gibt es Raum für den Austausch in der Gruppe. Dadurch kann eine „Weggemeinschaft“ entstehen. So hat es eine Teilnehmerin beschrieben. Für einen anderen Teilnehmer sind die „Hintergrundinformationen und das Bewusstmachen der Rituale wie auch der Sitzhaltung“ besonders hilfreich gewesen.

Ein neuer Kurs macht sich im Februar auf den Weg. Voraussetzung für die Weiterbildung ist, bereits bei fünf Kontemplationskursen oder Zen-Sesshins Erfahrung gesammelt zu haben. Die erfolgreiche Teilnahme wird durch ein Zertifikat der jeweiligen Linie bestätigt.

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