Willigis Jäger (1925-2020)

Willigis Jäger verkörperte eine konfessionsunabhängige zeitgenössische Spiritualität, die den Menschen des 21. Jahrhunderts Antworten auf ihre drängenden Fragen geben will.

Als Zenmeister und Kontemplationslehrer war er sowohl von der christlich-abendländischen Mystik als auch dem östlichen Zen geformt und ging gleichzeitig über beide Konfessionen hinaus auf das, was allen spirituellen Wegen des Westens und des Ostens zugrunde liegt.

Sein Verständnis der West-Östlichen Weisheit basierte auf der Philosophia perennis, die ihren aktuellen Ausdruck im integrativen Denken und Handeln findet. Teil dieser Vision ist die Einbeziehung der modernen Naturwissenschaften sowie das wirtschaftlich-politisch-soziale Handeln, im dem sich die Übung im Alltag manifestiert.

Seine Vision einer globalen und konfessionsübergreifenden Spiritualität fand ihren Ausdruck in zahlreichen Büchern und Audio/Video-Veröffentlichungen.

Willigis Jäger war der Begründer des Benediktushofes. Er wurde sowohl von japanischen wie auch von chinesischen Zenlinien als Zen (chin. Chan)- Meister bestätigt. 2009 gründete er die Zenlinie

 „Leere Wolke“ und 2010 die Kontemplationslinie „Wolke des Nichtwissens“.


Er war Mitstifter der „West-Östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung“, deren Aufgabe es ist, zeitgenössische Spiritualität zu erforschen, zu entwickeln und zu fördern.

Bereits 2016 hatte Willigis Jäger die aktive Lehr- und Vortragstätigkeit aufgegeben.

Am 20. März 2020 ging er kurz nach seinem 95. Geburtstag friedlich von uns. Bis zuletzt wurde er auf dem Benediktushof von ihm nahestehenden Personen liebevoll begleitet und betreut.

Entsprechend seinem Wunsch ist seine letzte Ruhestätte auf dem Klosterfriedhof der Abtei Münsterschwarzach, deren Ordensbruder er bis zu seinem Lebensende blieb.