Macht Meditation (mit)menschlicher?

Warum es sich lohnt, diese Frage zu vertiefen, erläutern Maria Kolek Braun und Fernand Braun, Kontemplations-Lehrende und Mitglieder der Spirituellen Leitung am Benediktushof, im Gespräch.

Der Einstieg unseres Gesprächs ist fast etwas provokativ, als Kontemplations-Lehrer Fernand Braun die in der Öffentlichkeit bisweilen geäußerte Skepsis gegenüber Meditation und Meditierenden zitiert. Den meisten Praktizierenden dürften wohl schon Vorbehalte begegnet sein, wenn Familie, Freunde oder Bekannte das Sitzen auf dem Kissen – und dessen Sinn – hinterfragen. Hand aufs Herz: Auch selbst stellt man sich eben diese Fragen manchmal: Was tue ich hier? Oder was eben auch nicht? Was kann Meditation bewirken? Bei mir und in den Beziehungen zu anderen Menschen und zur Umwelt? Ist der „Rückzug“ in die Stille wirklich die richtige Antwort auf die Fragen des Lebens und die Krisen der Welt?

Maria und Fernand

Mit der Frage: „Macht Meditation (mit-)menschlicher?“ war auch das diesjährige Symposium Christliche Spiritualität im März überschrieben. Das Symposium musste leider abgesagt werden. Da wir die Fragestellung und die Thematik jedoch für relevant und aktuell halten, wollen wir euch das Interview weiterhin an dieser Stelle zur Verfügung stellen.

Im Gespräch erläutern Maria Kolek Braun und Fernand Braun, Symposiums-Leitung, Kontemplations-Lehrende der Linie „Wolke des Nichtwissens“ und Mitglieder der spirituellen Leitung am Benediktushof, nicht nur die Aktualität des Themas, sondern sie gehen auch den Begriffen Meditation, Mitmenschlichkeit sowie der Praxis des Sitzens in Stille im Verständnis der Kontemplations-Linie „Wolke des Nichtwissens“ (Willigis Jäger) auf den Grund.

Das Symposium Christliche Spiritualität war dem Thema „Macht Meditation (mit-)menschlicher?“ gewidmet: Ihr stellt die Verbindung der beiden Aspekte Meditation und Menschlichkeit als Frage – und damit auch infrage?

Fernand Braun: Der Titel des Symposiums wurde bewusst als Frage gestellt. Auf den ersten Blick entsteht bei Nicht-Meditierenden leicht die Auffassung, dass es sich dabei überwiegend um „Nabelschau“ handelt. Auch die Praxis und die Struktur hier am Hof könnten diesen Eindruck bestärken: Menschen ziehen sich für ein Wochenende oder länger auf den Benediktushof zurück, um ungestört praktizieren zu können. Auf zahlreichen Schildern begegnet dem Gast ein Smiley mit einem Finger vor dem Mund. Sie fordern uns auf: Bitte seid still, bitte nicht stören! Das widerspricht zunächst unserer allgemeinen Auffassung von Gemeinschaft und davon, sich zu begegnen, auszutauschen oder miteinander zu reden. Wir reden hier aber von einer Außenbetrachtung: Wäre es „Nabelschau“, dann wäre es in der Tat ein Rückzug und in dem Fall hätte ich nur das eigene Ich im Blick.

Maria Kolek Braun: In der breiten Öffentlichkeit wird oft die Überzeugung vertreten, dass eine intensive Praxis der Meditation wegführt von alltäglich gelebter Mitmenschlichkeit und Weltverantwortung. Auch hört man, Meditation sei eine spirituell umrahmte Form von Selbstbespiegelung. Darum fragen wir im Symposium: Ist dem wirklich so? Oder fördert die meditative Praxis eine Haltung von Achtsamkeit und Mitgefühl gegenüber Mitmenschen und Umwelt?

Das ganze Interview können Sie hier weiter nachlesen.

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