Herausforderungen des Lebens –
Krankheit, Überlastung, Sterben, Tod

Mit Krisen kennen wir uns heute aus:

Finanzkrise, Umweltkrise, Midlife-Krise … Wir sind Experten in Krise. Mit »Krise« verbinden wir ein Gefühl wie »Auweia, hoffentlich komm ich da glimpflich durch.« Aber Krisen gehören dazu, und zwar nicht nur als notwendiges Übel, sondern auch als notwendiges Gut. Das Wort Krise kommt aus dem Griechischen und bedeutet »Scheidung«, und was wird hier geschieden? Das Alte vom Neuen. Krisen sind bei aller Verwirrung, die sie auslösen, ganz natürliche, sogar schöpferische Vorgänge.

Aus alt mach neu

Sicher, manchmal überschlagen sich Krisen, und das Neue wird sofort vom Allerneuesten überholt. Dann besteht die Gefahr, Dinge für alt zu halten, die in Wirklichkeit noch sehr gut tauglich sind. Deshalb hilft auch in sich überschlagenden Zeiten: Besonnenheit und ein klarer Blick. Dazu muss ich zurücktreten und mich zumindest zeitweise aus der allgemeinen Krisenhysterie ausklinken. Nur dann kann eine Krise positiv genutzt werden.

Sterben

Durch Krisen kommt man niemals ungeschoren hindurch, soll man auch nicht. Und die letzte große Krise ist das Sterben, da wird man ganz und gar geschoren, restlos. Sterben ist der Modellfall der Krise. Wie komme ich da glimpflich durch? Und kann ich anderen dabei helfen? Krise bedeutet zwar Verwirrung und Verlust, aber ich kann dem Leben zutrauen, dass es selber dabei nicht verlorengeht. Vielmehr erneuert es sich dabei. Auch mein Leben geht nicht verloren, nur mein vorübergehender Leib. Das Sterben kann man nicht verhindern, soll man auch nicht.

Nur die Angst davor. Ruhiges Zutrauen ist die Überwindung der Krisenangst.

„Eine Krise muss nicht ein Ende, sondern kann ein Anfang sein.“

W. Jäger


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