Videos vom Sommer-Symposium „Zukunft als Illusion. Leben im Hier und Jetzt.“

Im Hier und Jetzt den Raum öffnen und Impulse für die Zukunft setzen: Zum 20-jährigen Bestehen veranstalteten der Benediktushof und die hier ansässige West-Östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung Mitte Juni ein Sommer-Symposium zum Thema „Zukunft als Illusion. Leben im Hier und Jetzt.“ Wir freuen uns, Ihnen nachfolgend die Vorträge und Beiträge der Gastredner Michael v. Brück, Danah Zohar und Thomas Metzinger sowie den Spiritual Slam mit Vertretern der Generation Zukunft als Videos zur Verfügung stellen zu können.

„Wohin geht der Mensch? Spiritualität – Ökosophie – Ästhetik“ von Prof. Dr. Michael von Brück

Prof. Dr. Michael von Brück, als Religionswissenschaftler und Zen- und Yoga-Lehrer seit Jahrzehnten Brückenbauer zwischen Ost und West, überschrieb seinen Vortrag mit einer Frage, die derzeit viele umtreibt: „Wohin geht der Mensch?“ Die Antwort: „Wohin seine Phantasie ihn trägt“ – sprich: Das Ziel ist offen, umso wichtiger die Gestaltung des Weges und des Hier und Jetzt. Als hilfreiches Geländer hierfür umschrieb von Brück den Dreiklang aus Spiritualität, Ökosophie und Ästhetik. Spirituelle Praxis ermögliche uns ein neues Ich-Verständnis: Nicht als unabhängiges Individuum, sondern Synthese unterschiedlichster Einflüsse und Kontexte. „Wir müssen von der Illusion der Umwelt zur Realität der Mitwelt“, postulierte er im Sinne der Ökosophie Kooperation statt der bisherigen Konkurrenz. Nicht zuletzt sei es Kreativität, nicht Angst, die uns eine Weiterentwicklung im Denken, Fühlen, Wahrnehmen – und damit schließlich auch im Handeln – ermögliche: „Wir wissen nicht, wohin der Weg führt, aber wir können etwas für ein erfülltes Sein im Jetzt tun.“

Spiritual Slam der „Generation Zukunft“:  Laura Melzer, Julian Arnowski und Nils Leverenz

Es gibt unterschiedliche Wege, die junge Menschen in die Spiritualität finden lassen: eine traumatische Erfahrung, der Verlust eines geliebten Menschen, eine psychedelische Erfahrung, die familiäre Prägung oder Interesse am ganzen Menschen und seiner Psyche. So vielfältig die Auslöser und Beweggründe sind, so vereint zeigten sich die Vertreter*innen der Generation Zukunft Julian Arnowski, Nils Leverenz und Laura Melzer darin, dass ihnen die spirituelle Praxis eine gewisse Form von Erdung, Ruhe und Vertrauen bietet. Auch wenn manchmal mehr Fragen als Antworten auftauchen, so ist doch der achtsame Umgang mit den eigenen Gedanken und Gefühlen hilfreich, sich auf eine unsichere Zukunft einzustellen und sich auf Wesentliches zu besinnen: Verbindung zur Natur, Offenheit und Dankbarkeit für das Leben, Ruhe in Bezug auf die Endlichkeit, Liebe als Motor für das eigene Handeln.

„Spiritual Intelligence for the Quantum Age“ von        Prof. Dr. Danah Zohar

Die britisch-amerikanische Physikerin und Philosophin Prof. Dr. Danah Zohar weiß, dass wir immer die großen Fragen des Lebens stellen  – ob als Kind oder Erwachsener. Mit ihrem Vortrag „Spirituelle Intelligenz“ zeigt sie, dass sich die Antworten darauf in der Spiritualität finden lassen: Alles ist miteinander verbunden. Jede unserer Handlungen und jede der Fragen, die wir stellen, gestalten die Zukunft mit, weil wir alle – egal, ob aus Perspektive der Kabbala oder der Quantenphysik – ein Teil des großen Ganzen waren und sind. Wenn wir den göttlichen Funken in uns spüren, vermögen wir in Form von liebenden Beziehungen das Gute in uns und den anderen zu sehen und das Potenzial zu verwirklichen – als Co-Kreatoren der Realität: „Du und ich kreieren die Welt“.

„Bewusstseinskultur und die planetare Krise“ von        Prof. Dr. Thomas Metzinger

Philosoph und Buchautor Prof. Dr. Thomas Metzinger ruft uns in seinem Vortrag „Bewusstseinskultur und die planetare Krise“ eindrücklich in Erinnerung, dass uns in der Krise, in der wir uns befinden, weder Optimismus noch Oberflächlichkeit helfen. Wir brauchen eine Bewusstseinskultur, eine geistige Autonomie, die es uns erlaubt selbstbestimmt aus der Wahrnehmung unsere Entscheidungen zu treffen, eine intellektuelle Redlichkeit, d.h. eine radikale Ehrlichkeit uns selbst gegenüber, und eine säkuläre Achtsamkeit als elementare Kulturtechnik. All dies vermag uns zu helfen, den Tatsachen ins Auge zu sehen und aus einer neuen Krisenkompetenz heraus Wege zu finden, die Krise in uns zunächst zuzulassen. Ob die Probleme durch eine intensive Bewusstwerdung der Menschen zum Ende kommen können? Vielleicht geht es auch „im Kern darum, in Würde zu scheitern“ und damit ehrlich mit den Gegebenheiten umgehen.


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