Benediktushof - Zentrum für spirituelle wege
Sommer
 

 

Fernand Braun: Sommertheater Drucken

"Sommertheater"

 

Am Morgen nach der Kontemplation gehe ich über den Innenhof des Benediktushofs. Es ist angenehm kühl. Ich genieße den Weg mit den Gästen zum Speisesaal und die Stille! Alle schweigen! Einige wirken noch müde und löffeln ihren Brei mit dem Pflaumenmus. Die Sonne scheint hell und warm durch die Glastür zum „Garten der Stille“. Ich ahne und spüre schon: Heute wird wieder ein heißer Tag, und stöhne unhörbar in mich hinein. 
 
Ich sitze an meinem Schreibtisch und schaue gequält aus meinem Fenster in den hellblauen Himmel und denke über ein Gedicht von Ingeborg Bachmann nach, es heißt: „An die Sonne“. Ja, die Sonne, die ihr Werk nicht vergisst; „in die Welt gekommen … mit einer Sendung von Licht … schönes Licht, das uns … bewahrt und wunderbar sorgt“ und – zumindest heute – „gnadenvoll“ ihre üppige Wärme verschenkt. „Es gibt nichts Schöneres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein!“ – Mit diesem Satz fasst Ingeborg Bachmann ihre poetischen Gedanken „An die Sonne“ zusammen. Diese Gedanken kann ich nicht so stehen lassen.
 
Ich setze dagegen: „Nichts Schöneres als im Schatten eines Baumes zu sitzen und – nichts zu tun; 
nichts Schöneres als ein Bad in einem wunderbaren kühlen Bergsee zu nehmen; nichts Schöneres …“ 
Das Telefon klingelt und bringt mich wieder zurück – in den Augenblick brütender Hitze. „… überall ist es schöner!“ – denke ich meine Gedanken zu Ende!  Und … meine Gedanken wandern träge weiter – zuverlässig (und zügellos) wie die Sonne am Himmel …
 
Am Mittag sitze ich auf der Terrasse meiner Wohnung und schaue in den wildbewachsenen Hang hinter dem Försterhaus – und sinniere: Wie schön sind doch das Farnkraut mit seinen weit ausladenden Wedeln und die wehrhaften Brennnesseln mit ihrem schweren Ährenstand … mit welcher Lust sie sich im leichten Wind wiegen … Und wie schön die bunten Schmetterlinge und Käfer, das Summen der Insekten – man kann sie lachen hören … Nichts Schöneres  als dieser Augenblick.
 
Am Abend nach der Kontemplation sitze ich in meinem Sessel und schaue aus dem Fenster; ein Gewitter mit langanhaltendem Regen tobt sich aus – und wieder denke ich: Nichts Schöneres als draußen zu sitzen und den Mond und die Sterne – „ die berühmten Orden der Nacht“ – mit ihrem milchigen Licht zu betrachten … Irgendwann, irgendwo – der Klang einer Glocke! Wer ist wach auf dieser träumenden Erde? – im pochenden Schmerz tief in meinem Herzen?
 
Wo auch immer Du bist, was auch immer Du tust, und wie auch immer es Dir geht – im Leben hat jede Stufe ihre Vollendung!
 
Mit einem sommerlichen Gruß
Fernand
 
 

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