Benediktushof - Zentrum für spirituelle wege
Zen
 
Ostergruß von Willigis Jäger Drucken

Wer ist dieser Mensch, der ich bin?

 
Mystik und Zen übersteigen die Rationalität und lassen uns mehr begreifen von unserem Leben, als der Verstand uns sagt. Unsere Rationalität macht uns zum Menschen, ist aber gleichzeitig eine Einschränkung. Sie sagt uns nicht, wer wir wirklich sind. Sie erklärt uns nicht, wieso Krankheiten und Schmerzen entstehen, Naturkatastrophen und Kriege.
Sie gleicht einem Blick durch ein Schilfrohr in den Himmel, wir sehen dann nur einen winzigen Fleck in diesem zeitlosen Geschehen. Unsere Rationalität entwickelt uns zum Menschen, sagt uns aber nichts über das Sein, aus dem alle Formen entstehen. Wir fragen uns, ob Krankheiten, Tod und Sterben Formen dieses Seins sind.
 
Wir existieren als Menschen erst seit ein paar Millionen Jahren. 13,7 Milliarden Jahre lang gab es uns nicht. Jetzt sind wir nur gleichsam ein Wimpernschlag in diesem zeitlosen Geschehen. Es gibt sicher Tausende von Planeten in unserem Universum, die ein gleiches, ähnliches oder ganz anderes Leben haben. 
Wo gehen wir hin, wenn wir sterben? Wo gehen die acht Milliarden Menschen hin, die zurzeit leben, wenn sie sterben? Wir gehen zurück in die Zeitlosigkeit, wie die Welle zurückfällt in den Ozean. Unsere personale Struktur vergeht, wie die Milliarden von Lebewesen vergehen, die momentan existieren. Wir gehen zurück ins Sein, wenn wir sterben. Die Form, die wir jetzt sind, vergeht.
 
Wir sind als Menschen noch nicht zu unserem wahren Wesen erwacht. Wir haben noch nicht begriffen, wer wir wirklich sind und was die paar Jahre bedeuten, die wir auf diesem „Staubkorn Erde“ am Rande des Weltalls verbringen. Von diesem unserem Planeten gibt es wahrscheinlich einige Millionen in unserem Weltall.
Wer wirklich seine wahre Natur kennenlernen möchte, muss seine Egozentrik lassen. Unser Verstand sagt uns nichts über dieses unser Universum, in dem ständig Tsunamis und Erdbeben entstehen. Fünfmal wurde das Leben auf unserer Erde zu 85, einmal sogar zu 99 % ausgelöscht, sagt die Forschung. Im Jahr 2067 ist ein Asteroid im Kommen, der noch einmal haarscharf an der Erde vorbeigehen soll oder die Erde treffen wird und die Menschen auslöscht. Da ist kein Gott, der so etwas macht, da ist ein Seinsgrund, der Milliarden von Formen produziert. Wir sind eine davon. Es wird Zeit, dass wir uns jenseits aller religiösen Vorstellungen zu begreifen versuchen.
Wenn wir nicht endlich aus unserer Egozentrik aufwachen, wird uns nicht bewusst, wer wir sind. Nur wenn wir diese a-personale Seinsebene erreichen, werden wir aufhören, einander umzubringen, wie das der Mythos von Kain und Abel sagt. 
 
Thomas von Aquin, der so viel veröffentlichte, erlebte am Ende seines Lebens eine Seinsebene, die alles Personale überstieg. Er gestand einem Freund, bat ihn aber niemand etwas davon zu sagen: „Alles, was ich geschrieben habe, scheint mir Stroh zu sein im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe und was mir geoffenbart worden ist.“
Immer wieder dürfen Menschen eine solche Erfahrung machen. Die Erfahrung unseres wahren Wesens ist die Zukunft unserer Spezies. Es wird aber noch lange dauern, bis wir als Menschen diese Ebene erreicht haben.
 
Ich wünsche Euch allen eine frohe Osterzeit.
Willigis
 
 

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