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Willigis Jäger: Tod ist Leben Drucken

Willigis Jäger eröffnet im Gespräch mit Christian Salvesen eine außergewöhnliche Perspektive über den Tod hinaus.

 

 

Lieber Willigis Jäger, was möchten Sie den Menschen zum Thema Tod vermitteln?

 

Es geht um ein neues Verständnis von Sterben, Tod und Weiterleben. Ich möchte den Menschen helfen, die Angst vor dem Tod zu überwinden, die uns nicht zuletzt durch die Religion vermittelt wurde. Es schließt sich beim Sterben nicht ein Tor, es öffnet sich ein Tor. Dieses Leben ist eine einmalige, unverwechselbare Note in der „Symphonie Gott“. Ich bin da, um diese Symphonie Gott in dieser Struktur, an diesem Platz, zu dieser Zeit, in diesem Augenblick als diese Note zum Klingen zu bringen. Darum bin ich Mensch geworden und meine Aufgabe ist es, ganz Mensch zu sein, Augenblick für Augenblick. Eckhart predigt daher: „Wenn ich nicht wäre, wäre Gott nicht!“ Aus dieser „Symphonie Gott“ kann nichts herausfallen. Die Note wird vergehen, aber die Musik, das Leben Gottes, das ich bin, geht zeitlos weiter.

 

Wir versinken nicht im Nichts. Wir öffnen uns für eine zeitlose Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit ist rational nicht zu begreifen. Jesus ist nicht leibhaftig vom Grab auferstanden. Er ließ seinen Leib zurück, um in eine ganz neue Seinsweise einzugehen. Immer wieder muss ich sagen: Wir sind immer in dieser „Seinsweise“. Sie ist der Urgrund allen Seins und so auch unser Urgrund. „Himmel“ ist kein Ort. Das Wort bezeichnet eine Ebene der Erfahrung, zu der unser Ich keinen Zugang haben kann. Es geht beim Sterben um eine Entgrenzung. Was dann sein wird, hat „kein Auge gesehen und kein Ohr gehört“.

 

Was sagen Sie den Menschen, die aufgrund der unmittelbaren Konfrontation mit dem bevorstehenden Tod (z .B. Krebs) große Angst haben?

 

Hab Mut und lass los. Es erwartet dich kein Richter. Das göttliche Urprinzip ist kein Schulmeister. Es wartet kein Richter, sondern eine unendliche Liebe auf uns. Es ist eine Liebe, die unser menschliches Ich und Du nicht mehr kennt. Der Tod des Ich ist die Voraussetzung für die Erfahrung Gottes. „Wer sein Leben verliert, wird es gewinnen“, und zwar in einer neuen, viel umfassenderen Seinsweise. Sterben bedeutet Entgrenzung in die eigentliche Wirklichkeit.

 

Der Tod ist nach der Geburt das wichtigste Ereignis unseres Lebens. Die Religionen lehren uns, dass das Eigentliche erst noch kommt, später, im Himmel oder in einer besseren Wiedergeburt. Religionen leben von diesen Hoffnungsbildern. Sie sind wichtig, weil der Mensch sonst der Sinnlosigkeit anheim fällt. Sie sind zugleich aber auch das letzte Bollwerk, hinter dem das Ich sich verschanzt, um seinen Fortbestand zu retten. Wir verlieren nicht etwas im Sterben, wir gewinnen etwas, wir gewinnen das ganze Universum zurück, das hinter unserem Ich verborgen liegt. Wir gewinnen Gott ganz zurück, unverstellt vom Ich. Und das alles ist auch jetzt im Leben nicht getrennt von uns, einzig unser Ich erfährt sich als getrennt davon.

Dann werden wir wie Rumi erkennen: „Bevor es Garten, Weinstock oder Traube gab in dieser Welt, war unsere Seele bereits trunken vom Wein der Unsterblichkeit.“ Wir kehren heim in unseren Ursprung.

 

(Das gesamte Interview können Sie in der Osterausgabe der Zeitschrift „West-Östliche Weisheit Heute“ nachlesen.)

 

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