Gruß aus der Küche Drucken

Genuss und Verzicht

 

Christof Zirkelbach ist Chef Koch am Benediktushof und für die viel gelobten Mahlzeiten am Benediktushof verantwortlich. 

Er beschreibt seine Sicht zum achtsamen und genussvollen Essen und Kochen.

 

 Er beschreibt seine EDie Übung der Achtsamkeit in der Meditation lässt uns im Umgang mit uns und unserer Umgebung immer klarer werden.

 

Bei einfachsten Begebenheiten können wir den Antrieb, der uns leitet, erkennen und, wenn wir sehr genau hinschauen, sehen, wann und wo wir auf uns einwirkende Phänomene festhalten, bearbeiten oder zulassen.

 

Gerade beim Essen sind oft die vielfältigsten Eindrücke und Antriebsfedern in uns am Arbeiten.  Körperlich erfahrener Hunger in den verschiedensten Variationen, wie etwa nach Heißem, Fruchtigem oder Süßem vermischt sich mit der Vorfreude und Lust an der Sinnlichkeit.

 

Doch ebenso gesellen sich die Angst zu kurz zu kommen oder die blanke Gier nach Mehr dazu. Völlig irrational große Portionen werden aufgehäuft oder immer wieder Dinge gegessen, wovon wir bereits vorher schon wissen, dass sie uns nicht guttun.

 

Die Situation am Buffet gleicht oft einem Spiel, das zu verlieren gehen droht, obwohl die wenigsten von uns je wirklich gehungert haben und überall ein Überangebot an Nahrungsmitteln herrscht.

 

Gerade als Koch, der vom vielen Abschmecken von Gerüchen und Farben gesättigt, auf der „anderen Seite“ des Buffets steht, lässt mich dieses Phänomen immer wieder staunend zurück.

Esse ich in ein Loch hinein, dessen Grund nicht mein Hunger, sondern etwas anderes ist, kann kein Koch der Welt  je meinen Hunger stillen. Wage ich nicht dieses Loch auszuhalten, um einmal „den Grund“ zu sehen, wird mein Genuss immer stellvertretend für etwas und bald schal sein. 
 

Jeder Genuss braucht ein Maßhalten und seinen bewussten Verzicht, sonst wird daraus unbewusst Unmäßigkeit und Gier. Wir sind nicht darauf angelegt, jeden Tag gleich glücklich zu sein, und jeden Tag Erdbeeren schmecken irgendwann wie jeden Tag trockenes Brot. Aber der bewusste Verzicht auf Erdbeeren im Winter und dann der bewusste Genuss frischer  Erdbeeren im Juni sind ein großes Glück und ein wunderbares sinnliches Erlebnis.
 

(Auszug aus dem Buch „Meisterliche Zenrezepte – achtsam kochen, lustvoll genießen“, Kösel-Verlag, erscheint im Sept. 2011)
 

 

 

Spinatsalat mit Mungosprossen

350g junger Spinat
100g Mungosprossen
2 El Sojasoße
1 El Weißweinessig
2 El Orangensaft
1 El Sonnenblumenöl
1 El Sesamöl
Salz, Pfeffer
1El Sesam
 
Den Spinat und die Mungosprossen waschen und gut abtropfen lassen.
1 El Sesam trocken in einer Pfanne kurz anrösten.
Aus den restlichen Zutaten eine Salatsoße anrühren und alles zusammen ganz kurz durchmischen.
 
 

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