Benediktushof - Zentrum für spirituelle wege
Gesundheit
 
Fernand Braun: Kind-Sein – Da-Sein Drucken
Schwer ist zu Gott der Abstieg. Aber schau: 
du mühst dich ab mit deinen leeren Krügen, 
und plötzlich ist doch: Kind sein, Mann, Frau –
ausreichend, um ihm endlos zu genügen.
(Rainer Maria Rilke)
 
Die Transzendenz – der Himmel oder das Reich Gottes – befindet sich nicht „jenseits“ meiner alltäglichen Wirklichkeit. Im Gegenteil, ich befinde mich inmitten dieser Realität. Und mehr noch: es befindet sich mitten in mir. Es ist mein wahres Wesen! Der Weg dahin – wie Rilke es bezeichnet – ist in Wahrheit ein Abstieg, ein Heraustreten aus meinen Vorstellungen, Meinungen und Theorien. Es fällt mir nicht leicht, hinabzusteigen in meine eigene Tiefe – in die Dunkelheit, wo ich mit meinen tiefsitzenden Mustern, Strategien, Erwartungen und Befürchtungen konfrontiert werde und mich buchstäblich „abmühe mit meinen leeren Krügen“. Es fällt mir schwer zu glauben und zu begreifen, dass  „Frau- oder Mannsein “ unendlich genug wäre! Aber „Kindsein“ ist eine echte Herausforderung, wenn nicht gar eine Zumutung! Wenn ich nur wagen würde, ganz und gar „Mensch zu sein“. Das Bild des Kindes erlöst mich vom zwanghaften Großseinwollen, von der ständigen Forderung, nur ganz erwachsen, ganz fertig sein zu dürfen.
 
Das Kind spricht zu mir: 
Kannst du den Mut haben einmal zu denken, dass du auch ohne Leistung und Arbeit berechtigt bist zu sein, und dass Du liebenswürdiger und wertvoller bist als all deine Taten, die Du vorweisen kannst?
Kannst du dich auch einmal dem Empfinden überlassen, dass du berechtigt bist zu sein, dass es nicht wichtig ist, was du geleistet hast und was du vor den Menschen gegolten hast?
 
Denn das Kind lebt ja so und fragt es schon durch sein bloßes Dasein. Ein Kind kann man nicht für seine Tüchtigkeit und seine Leistung lieben. Es kann ja noch gar nichts, es tut noch gar nichts Nützliches. Ein Kind kann man nicht dafür lieben, dass es etwas Besonderes besäße oder vorzuzeigen hätte – es hat im Gegenteil noch nichts zu eigen. Man muss es schon, wenn man es lieben will, um seiner selbst willen lieben. Das ist das ganze Geheimnis eines Kindes: dass es uns durch sein bloßes Dasein auffordert, es zu lieben, und dass es davon lebt, für nichts geliebt zu werden. In dem Bild des Kindes lebt alles, was ich im Grunde möchte: Frei-sein und Da-sein dürfen – nur „leben“. Sollte ich wirklich davor immer wieder am meisten zurückschrecken?
 
Ich wünsche dir den Mut, dass du auf deinem Weg bist und dich frei gibst von allem, was dich daran hindert zu sein. Dass du deine Rollen aufgibst, die du lange genug gespielt hast, deine Masken fallen lässt, die lange genug dein wahres Wesen versteckt und entstellt haben.
 
Gehe wandernd hinein in dein Wesen, in dein Zuhause, zum Gott deines Wesens!
 
Frohe Weihnachten!
 
Fernand Braun
 
 

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