Benediktushof - Zentrum für spirituelle wege
Gesundheit
 
Doris Zölls: Jenseits der Dualität Drucken

Liebe Freundinnen und Freunde des Benediktushofes,

 
wir sind bereits am Ende der Adventszeit und vermutlich ist jeder von uns auf die eine oder andere Weise damit beschäftigt, Weihnachten vorzubereiten. Es ist doch erstaunlich, wie diese „stille Zeit“ von Gegensätzen bestimmt ist. Eigentlich sind es die dunkelsten Tage des Jahres, doch in vielen Gärten und an den Häusern blinken und glitzern die Lichter. Gerade die so genannte stille, besinnliche Zeit ist erfüllt von Lärm und Geschäftigkeit wie selten ein anderer Zeitraum im Jahr, und da viele Menschen sehr angespannt sind durch die Belastung der zusätzlichen Aufgaben, wird die friedvoll gepriesene Zeit zur Zeit der Hektik, manchmal sogar des Ärgers und des Getrieben-Seins. Kaum eine Zeit des Jahres birgt solche Widersprüche in sich, die sich bis zum 24. zuzuspitzen scheinen und, wenn wir Glück haben, in ein fröhliches Fest münden können und nicht in Streit und Verletzungen.
 
Am 24.12. wird kirchengeschichtlich an die Vertreibung aus dem Paradies gedacht. Dieser Mythos beschreibt den Evolutionsschritt, mit dem der Mensch in das Bewusstsein der Dualität des Lebens eintritt. „Sie aßen vom Baum der Erkenntnis“, heißt es dort, und sie erkannten Gut und Böse. In der Polarität verstrickt zu sein, ist wahrlich das Erleben, aus dem Paradies zu fallen, taumeln wir doch unentwegt von dem Guten zum Bösen und umgekehrt. Dieses Bewusstsein, in der Dualität gefangen zu sein, steht jedoch nicht am Ende unseres Menschseins.
 
Auf die Vertreibung aus dem Paradies folgt die Weihnacht, die Geburt Christi. Mit ihr wird der Bewusstseinsschritt beschrieben, der uns aus der Zerrissenheit herausführt. Die Christgeburt geschieht nicht außerhalb von uns, nicht irgendwo in der Fremde. Sie geschieht in uns und befreit uns aus dem unentwegten Hin- und Hergetrieben-Sein. Mit der Christgeburt treten wir in ein neues Bewusstsein ein, es ist das Übersteigen der Gegensätzlichkeit der Welt. So beschreibt die Weihnachtsgeschichte in anschaulichen Bildern, wie sich in Christus arm und reich vereinen, Hilflosigkeit und Stärke, Ausgegrenzt-Sein und Angenommen-Sein, ja auch Leben und Tod. Die Dualität wird zum Ausdruck des Einen. Gott selbst erscheint in der Gegensätzlichkeit und vereint sie damit.
 
Mit der Christgeburt feiern wir, dass dies nicht nur ein neues Denken ist, sondern dass in uns dieses Bewusstsein der Einheit lebt, wir durchdrungen sind davon und nicht mehr verstrickt sein müssen in der Gegensätzlichkeit, die abwertet und ausgrenzt. In allem erweist sich das Göttliche und verbindet damit, was zerrissen ist, eint, was getrennt ist, schafft Frieden, wo Streit herrscht, und lässt Stille im Lärm erleben.
 
Ich wünsche Euch allen eine friedvolle und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr.
 
Doris
 
 
 
 
 
 

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