Gartenanlage

Zengarten am Benediktushof

Durch die Fertigstellung des japanisch inspirierten Gartens der Stille am Benediktushof wurde eine lang brachliegende Fläche des ehemaligen Klostergeländes erschlossen. Der Garten wurde am 21. Juni 2009 feierlich eröffnet. Der Gartengestalter Friedhelm Hellenkamp errichtete den Garten in mehreren Etappen. Erst den Rahmen, dann die Felsen und danach die Bepflanzung.

Vor dem Hintergrund der halb zerfallenen Klostermauer, der Hanglage und dem dunklen Waldsaum mit einzelnen großen Laubgehölzen war dieser Ort wie geschaffen für einen Meditationsgarten, der die umliegende Landschaft – wie geborgt – als einen wichtigen Teil seiner Gestaltung einbezieht.

Der hier verwendete Gartentypus hat seinen Ursprung in den Klostergärten des alten Japans. Er tauchte zum ersten Mal im 14. Jahrhundert auf, und seine Besonderheit ist, sowohl das Meer als auch Wasserfälle durch feinen Kies darzustellen. Diese revolutionäre Idee erreichte seinen  Höhepunkt in den hoch abstrakten Gestaltungen der Meditationsgärten von Ryoan-Ji und Daisen-In in Kyoto.

Der Garten am Benediktushof verwendet das gleiche Prinzip, das in Japan kare-san-sui  (Berg-Wasser-Landschaft) genannt wird. Er wurde geschaffen, um von ganz bestimmten Punkten die Szenerie des Gartens zu betrachten, um – wie beim Betrachten alter Tuschezeichnungen – in unserem Geist vollendet zu werden.

In einem Zengarten geht man nicht spazieren, man betrachtet ihn. Die Hauptbestandteile wie Felsbrocken und Kieselsteine sind immer gleich. Nur das reduzierte Grün ändert sich im Verlauf der Jahreszeiten. Der japanische Zengarten soll die innere Schönheit darstellen, soll den Menschen helfen bei der Suche nach der Wahrheit, die unter allen Schichten zu finden ist.

Der Höhepunkt des Gartens ist ein Wasserfall, gesetzt mit mächtigen Steinen aus Muschelkalk, die um Würzburg herum abgebaut wurden. Eine massive Steinplatte fungiert als Brücke und ist Teil der Wegführung durch den Garten. Der Flusslauf von der Quelle zum Meer, symbolisiert durch weißen Kies, durchströmt den Garten und endet am rückwärtigen Ausgang des Zendo.

lm Zusammenspiel mit dem Kreuzgang und der Kiesfläche vor dem Zendo sind abendländisch-christliche und fernöstliche Gestaltungen aus der Kultur der Stille harmonisch miteinander verbunden, gemeinsam verweisend auf die Essenz:

„Die Berge sind der erhabene Körper des Buddha und der Klang von fließendem Wasser sein vollendeter Vortrag“ (Dogen 1200 – 1253)